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Das interdisziplinäre Business-Weblog UnternehmensGeist steht allen offen, die sich mit Fragen rund um das Verhältnis von Geistes- und Sozialwissenschaften und betriebswirtschaftlichem Management beschäftigen wollen. Eigene Beiträge und Kommentare sind jederzeit willkommen. Herausgeber und ViSdP ist Frank Walzel. Kontakt: walzel@unternehmensgeist.net

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Treffender als Sie, Herr Widmer, hätte man es...
unternehmensgeist - 16. Nov, 17:03
Argumente müssen...
In dieser Sache gibt es, so denke ich, einen großen...
unternehmensgeist - 8. Nov, 11:43
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Vielen Dank für den netten Nachtrag zum Wirtschaftsbuchpreis,...
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unternehmensgeist - 13. Okt, 09:40
Vernetzung bei Führungsthemen
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unternehmensgeist - 26. Sep, 18:38

Philosophierende Manager und ihre Spielverderber

Nachdem ich in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "karriere" (11/2006, S. 152) lesen musste, dass einem Abiturienten von einem Studium á la "Philosophy & Economics" an der Universität Bayreuth abgeraten wurde, da es nicht karrieretauglich sei, wurde ich nachdenklich. Die Erfahrungen der P&E-Absolventen, so die Begründung der Redakteurin, seien einfach nicht überzeugend. Bedenkt man, dass der Studiengang im Jahr 2000 aus der Taufe gehoben wurde, also gerade mal ein Jahrgang das Studium durchlaufen hat, ist das pauschale Urteil ungerechtfertigt.

Ich konnte nicht umhin mich zu fragen: War da eigentlich noch was? Paradigmenwechsel beim Management-Nachwuchs? Neues Denken in den Unternehmen? Interdisziplinäre Lösungsansätze?

Vermeintliche Antwort deutscher Karriere-Studienfächer-Denker: "Nein, ist uns alles zu unsicher, wir setzen lieber auf lupenreine BWL- und VWL-Master wie früher. Keine Ahnung wie wir mit ihnen den Wandel in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik bestreiten, aber schließlich hat es ja früher auch geklappt."

Warum ein Ticken Philosophie in den Köpfen des Management-Nachwuchses gut aufgehoben ist, beantwortete Klaus J. Grün im populärwissenschaftlichen E-Journal "Philosophie & Wirtschaft" (Titel: "Wozu benötigen Führungskräfte Philosophie?"):

Wir benötigen Philosophie, weil sie
  • ein kritisches Verständnis der Inhalte unseres eigenen Bewusstseins vermittelt;
  • Strategien zur Unterscheidung des Wahren und den Falschen vermittelt und hierbei trotz aller Komplexität verständlich und nutzbringend die Hauptströmungen der Philosophie präsentiert;
  • Reflexion über die eigene Methode der Lebensführung - ihre Leistungsfähigkeit und ihre Grenzen befördert;
  • die Ausbildung des individuellen Wortschatzes fördert;
  • die Verbindung zwischen Denken, Reden und Handeln festigt;
  • uns Konzentration auf die Zusammenhänge der Abfolge von Gedanken erleichtert;
  • Selbstsicherheit durch methodisch erworbenes Wissen und Verstehen komplexer Zusammenhänge erzeugt;
  • in mancher Hinsicht Einblick in das Bildegesetz dessen, was wir überhaupt wissen können gibt;
  • schnelleres Verstehen und den Mut Lücken im Wissen zu erkennen und zuzugeben weckt;
  • Einblicke verschafft in den Mechanismus unseres religiösen Empfindens, das bei vielen Menschen so leicht verletzt werden kann;
  • Verständnis weckt für den gesellschaftlichen, ideologischen und psychologischen Beitrag von Religion;
  • behilflich ist bei der Beantwortung der philosophischen Frage: Wer ist der Mensch?
Ute Sommer (Gast) - 6. Nov, 22:53

Werteorientierte Führung nicht zukunftstauglich?

In den einschlägigen Wirtschaftszeitungen- und Magazinen ist es immer wieder zu lesen: Unternehmen sollen mehr tun als nur nach Profitmaximierung streben. Vorbei ist die Zeit, in der auch „Otto-Normalverbrauchher“ Börsennachrichten spannender fand als Bundesligaspiele und auf schnelles Geld mit Aktien hoffte. Vorbei ist die Zeit, in der Unternehmen und Management nur nach Größe, Macht und Cash strebten und dabei all Ihr Tun auf die Steigerung des Shareholder Values ausrichteten.

Nach den wilden IT-Boom Jahren und Träumen von unbegrenztem Wirtschaftswachstum ist in den Vorstandsetagen, Manager- und Chefbüros Ernüchterung und Besinnung eingekehrt. Forderungen wie „Verantwortung für unternehmerisches Handeln übernehmen“ und "Werteorientierte Führung" werden nicht mehr als irreale Ideen einiger, weniger marxistisch geprägter Globalisierungsgegner abgetan, sondern als „Objective“ akzeptiert.

Ohne Zweifel: Eine neue Managergeneration ist gefragt, die bewusster ist, Innovationen fördert, weiter denkt, die nach nicht-materiellem Sinn in Ihrer Organisation sucht, die Visionen hat, lebt und weitergibt. Und eine solche Führung hilft letztendlich auch den Unternehmen wettbewerbsfähig zu sein und zu bleiben.

Was hat das alles mit Philosophie zu tun?

Sehr viel, wie ich meine. Was sind Werte? Was kann Arbeit für den Einzelnen bedeuten? Wie gehe ich mit Wissen um? Wie schaffe ich Freiräume für Innovationen?-- Es gibt noch viele Fragen mehr, die auf ursprüngliche philosophische Fragen zurückgehen, aber deren mögliche Antworten helfen "Werte" in Unternehmen zu finden und niemand mag es wohl abstreiten: Das ist eine positive Entwicklung.

Dass die Zeitschrift „karriere“ von dem P&E Studiengang abrät, spricht nicht für die Zeitung. Statt innovative, neue Wege der Ausbildung – die ja Deutschland als Gesellschaft und konkurrenzfähiger Wirtschaftsstandort so dringend braucht - zu unterstützen, unterdrückt die Redaktion mit einer solchen „Beratung“ hiermit Ansätze von Veränderung statt diese zu fördern. Junge Führungskräfte mit einer solchen Ausbildung werden gebraucht!

Danke jedenfalls für den Hinweis und Ihre Stellungnahme.

Mit den besten Grüßen,

Ute Sommer, Redaktion Philosophie & Wirtschaft

Frank Walzel - 8. Nov, 11:43

Argumente müssen in die Öffentlichkeit

In dieser Sache gibt es, so denke ich, einen großen Konsens unter den geisteswissenschaftlich denkenden Kaufleuten. Dennoch müssen wir die Argumente in die Öffentlichkeit tragen und v.a. auch zu denen tragen, die an diesen Behauptungen festhalten. Ein kurzer aber knackiger Leserbrief an die karriere-Redaktion ist da sicher ein guter Anfang!
Heiko (Gast) - 6. Jan, 10:18

...

"War da eigentlich noch was? Paradigmenwechsel beim Management-Nachwuchs? Neues Denken in den Unternehmen? Interdisziplinäre Lösungsansätze?"

Ich stelle die gleichen Fragen, aber es gibt niemand, der mir antworten kann.

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