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Das interdisziplinäre Business-Weblog UnternehmensGeist steht allen offen, die sich mit Fragen rund um das Verhältnis von Geistes- und Sozialwissenschaften und betriebswirtschaftlichem Management beschäftigen wollen. Eigene Beiträge und Kommentare sind jederzeit willkommen. Herausgeber und ViSdP ist Frank Walzel. Kontakt: walzel@unternehmensgeist.net

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MBA und Promotion

Montag, 27. März 2006

MBA, was sonst?!

Bei aller Kritik, die der Dreibuchstaben-Management-Abschluss einstecken musste (prominentester Vertreter: Henry Mintzberg), noch ist er neben dem Doktor einer der renommiertesten postgradualen Abschlüsse.

Geisteswissenschaftler können in einem Junior-Programm (in der Regel ohne Führungserfahrung) und einem Executive-Programm (nach ca. fünf Berufsjahren) eventuelle Lücken gegenüber ihren betriebswirtschaftlich ausgebildeten Kollegen Boden gut machen. Angesichts des inflationären Zuwachses an seriösen wie unseriösen Programmen, dürfte aber auch klar sein, dass auf den Karrierewilligen nicht überall die Harvard Business School wartet. Kritik an den drei Buchstaben war dementsprechend schnell zur Hand (s. "Wertloser MBA?"). Kein Weiterbildungsmarkt dürfte so unübersichtlich sein, wie der des MBAs. Informationen sind daher im Vorfeld das wichtigste Gut: Eine unabhängige Anlaufstelle ist das von Dokoranden und MBA-Absolventen betreute MBA-Gate. Hier lassen sich die ersten und wichtigsten Fragen beantworten. Stimmen aus der Tagespresse gibt es von der FAZ, sowie der Süddeutschen. Jobpilot und Monster liefern auch kleine Appetitanreger. Das MBA-Spezial des Wiwi-Treffs dürfte v.a. Studenten sehr ansprechen. Ausreichend Material ist also vorhanden, um sich eine umfassende Meinung zu bilden.

Auf lange Sicht hin gesehen wird daher, so denke ich, der anglo-amerikanische Titel seine Gültigkeit als Management-Abschluss behaupten können. Welcher deutscher/europäischer (Master-)Lehrgang sollte hier Paroli bieten? Mir ist in diesem Zusammenhang nur die Managementausbildung aus St. Gallen bekannt, zumindest gibt sie sich nicht das Dreibuchstabenkürzel. Aber auch hier zanken sich verschiedene Anbieter um den Markennamen des kleinen schweizerischen Städtchens (pdf) zwischen Zürich und Bodensee. Auch wenn es einen der wenigen prominenten MBA-Kritiker wie Fredmund Malik die Zornesröte ins Gesicht treiben muss: Es gibt im "alten Europa" keine vergleichbare und verbreitete Management-Ausbildung! Bis etwas Hoffnungsvolles nachwächst, müssen wir wohl noch der MBA-Norm folgen.

Donnerstag, 15. September 2005

Wertloser MBA?

Für alle Geistes- und Sozialwissenschaftler gilt er als das Eintrittszeugnis in die Wirtschaft: der Master of Business Administration. Doch im Gegensatz zur Promotion türmt sich bei der Wahl der richtigen Hochschule ein Berg von Angeboten auf. Mit einiger Verzögerung machen es deutsche Hochschulen ihren angelsächsischen Vorbildern nach, jedoch größtenteils mit zweifelhaftem Erfolg und bescheidenem Renommé.

Dieses weltweite Überangebot an MBAs (in Deutschland bis in Fachhochschulen und Berufsakademien hinein) rief nun die ersten Kritiker auf den Plan. Der Vorwurf: falsche Lehrpläne, sinkende Akzeptanz, unverhältnismäßige Kosten. In einem Beitrag auf Jo's Jobwelt - einem Business-Weblog der Wirtschaftswoche - wurde der Rückzug auf sogenannte Executive MBAs vorgezeichnet, da hier eine gewinnbringende Weiter- und Ausbildung der Führungskräfte gewährleistet wäre. Teilnehmer dieser Programme seien im Schnitt 35 Jahre und brächten Berufs- und Führungserfahrung mit in den Unterrichtungsalltag. Das Urteil über einen Junior-MBA (Zulassung auch ohne bzw. mit nur geringer Berufserfahrung) fällt in den seltensten Fällen gut aus.

Als weitere Alternative wird ein berufsbegleitender MBA ins Gespräch gebracht. Das brächte den Vorteil mit sich, dass der Kursteilnehmer für den Arbeitgeber nicht völlig ausfällt und der Austausch zwischen der Seminartheorie und dem praktischen Unternehmensalltag erhalten bleibt. Das Gesamtbild, das von den Kritikern gezeichnet wird, bleibt dennoch trist. Zu groß sei die Auswahl an Programmen und zu gering bei aussagekräftigen Qualitätssiegeln.

Das macht mich stutzig: Wieso wird mit Vorliebe in Deutschland nach Möglichkeiten gesucht, die Besten vom Bodensatz der Blender herauszufiltern? Der Wettbewerb und die Nachfrage nach den Spitzeninstituten wird in ein paar Jahren seine Wirkung auf dem Bildungsmarkt entfaltet haben. Hervorragende und international geschätzte Abschlüsse werden durch beständige Leistung von Hochschulen über viele Jahre aufgebaut und nicht durch irgendwelche Rankings. Wer in der Branche einen guten Ruf genießt, bekommt das durch erfolgreiche Absolventen gezeigt. Pauschal von einem wertlosen MBA zu besprechen ist somit falsch. Wie immer gilt für Bewerber wie für den Anbieter der alte Grundsatz: Augen auf und hingeschaut!

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